Presse

Erstaunlich exakt

Marcolini Quartett stellte im Kulturring-Konzert Konkurrenten und Rivalen vor

„…der weiche Gesamtklang, das erstaunlich exakte Zusammenspiel, die einheitlichen Auffassungen und die vielfältigen Tongebungen … Und so erhielt Beethovens „Harfenquartett“ (op. 74) in dieser Interpretation seinen besonderen Reiz: Hier verschmolzen die Themen und Motive zu einem großen Gesamtkomplex. Die Pizzicati des ersten Satzes, die das Harfenähnliche bei Hörer evozieren, entfalten durch intensive und packende Gestaltungskraft der Künstler bis zur Coda fantastische Wirkungen, wie die maßvoll gesetzten Steigerungen des Presto: Ein besonders Werk mit besonderen Künstlern. Heftiger Beifall…“

Hildesheimer Anzeiger vom 10.06.2009

 

Ein Ensemble, das man sich merken sollte

Rivalen der Konzertsäle


„Das Marcolini Quartett eröffnet Soireen-Saison

Der Abend begann mit Haydns „Sonnenaufgangsquartett“ … Bereits im Kopfsatz sprang der Allegro-con-spirito-Funke von den Spielern auf die Zuhörer über; alle Facetten von zart bis rasant kamen voll zur Geltung … Wer heute ein Stück von Krommer (hier op.74,3) hört, könnte es für einen frühen Beethoven halten, da er ihm an Pathos und Dramatik in nichts nachsteht. Über einen melancholisch bis furios entwickelten ersten Satz entspann das Marcolini Quartett nach einem fast bedrohlichen Adagio und einem aufgewühlten Menuett alle Handlungsstränge des Werks, mündend in ein Allegretto, das die Dramatik des Anfangs in vehemente, trotzige Freude wandelte … Schon im ersten Satz des vom Verleger „Harfenquartet“ getauften Opus 74 konnte sich ein Hörer einen begeisterten Kommentar nicht verkneifen … und nach einem enorm spannungsgeladenen Presto mit abschließenden Variationen war am Applaus deutlich zu spüren, dass dies der Höhepunkt des Abends war … Das Temperament des ersten Geigers (Jörg Buschhaus) bildetet mit dem seelenvollen Ausdruck der zweiten Violine(Frauke Pöhl) und der Spielfreude des Bratschers Stefan Schmidt einen harmonischen Gesamtklang, getragen von den warmen, vielschichtigen Tönen des Cellisten Martin Fritz. Ein Ensemble, das man sich merken sollte.“


Fürther Nachrichten vom 29.09.2009

 

Eines der besten Meisterkonzerte

Quartett läßt schwelgen

„…Das Marcolini Quartett … machte wegen seines außergewöhnlich feinen,homogenen, einfach wunderbaren Klanges beeindruckende Freude. Eine derart in sich geschlossene Klanglichkeit läßt uneingeschränkt schwelgen … Die Künstler bestachen durch Esprit und große Lebhaftigkeit … eins der besten Meisterkonzerte…“

Schwäbische Post vom 25.06.2007

 

…im Presto-Scherzo und dessen fulminantem Trio wie von einem Rausch übermannt…

Von Betroffenheit zu Begeisterung

„…Bei Franz Krommers d-Moll-Quartett jedoch zeigten Jörg Buchhaus, Frauke Pöhl, Stefan Schmidt und Martin Fritz, was sie wirklich meinten. Der von Beethoven gar nicht geschätzte Rivale … schrieb nämlich Musik, die übervoll mit Einfällen bepackt, aber doch eigenständig und einfach schön ist. Und weil wir diese Musik kaum vorher wahrnehmen konnten, bekam für uns dies Werk im rau gestrichenen Klang Leben, wurde der unbekannte Komponist uns näher gebracht …. Und so begann das Quartett (Beethovens op.74) doch überraschend in wunderbar verhaltenem Spiel, zirpte das Pizzikato; der völlig vibratofreie Strich ließ eine Schlichtheit der Empfindung aufkommen, wie sie bei heute oft klanglich übersteuerter Tongebung kaum möglich ist. Wie befreit … ließen sich die Vier vom Geist der Komposition tragen, wurden sie im Presto-Scherzo und dessen fulminantem Trio wie von einem Rausch übermannt. Wie als Erlösung mündete die Musik ein in den Variationensatz des Finales, reichte eine Schönheit der anderen die Hand … Sollte die anfangs geäußerte Skepsis gegenüber dem historischen Aufführungskonzept zu Lasten der hier agierenden Musiker verstanden worden sein, so sei konstatiert: Hier obsiegte das Bild vom Interpreten, wie er vom Geist des Komponisten erfasst wurde - und dies jenseits historisierender Selbstbeschränkung.“

Oberbayerisches Volksblatt vom 16.10 2008

 

„…in einem verblüffenden und eindrucksvollen Konzert…“

Marcolini Quartett begeisterte

„Die historische Aufführungspraxis geht um im Musikleben….und ergreift nun auch das Streichquartett, die Krone der Kammermusik.
Was dabei geschieht, konnte man in einem verblüffenden und eindrucksvollen Konzert in der Sanitzer Stunde der Musik erleben. Hier konzertierte am Sonnabend das Marcolini Quartett. Sie musizierten …mit der damals üblichen Bogenführung, mit sparsamem Vibrato, mit prägnanter Artikulation, die auf besinnliches Fließen verzichtet. Die Töne plustern sich nicht auf und bersten nicht vor saturierter und stolzer Gefühligkeit.
Schon beim Mozart-Quartett fiel die wohltuende Abwesenheit von bebendem Tiefsinn oder flatterndem Leichtsinn auf, die dennoch nicht die Absenz von Sinn bedeutete. Sie spielten es gleichsam als eine konzertierende Konversation, nicht als nichtiges Geplauder, sondern als ein Gespräch, in dem es nicht nur darauf ankommt, was gesagt wird, sondern auch wie, nämlich mit Kunst und Maß.
Ihre volle Suggestivkraft entfaltete diese Spielart im Beethoven Quartett. Dieses gewann in Ihr eine geradezu ergreifende Intensität, am eindrucksvollsten vielleicht im Adagio, ohne dass es aus seinem historischen Horizont gerückt werden musste. Und hier wurde der tiefere Sinn der historischen Aufführungspraxis geradezu hörbar. Sie ist keineswegs eine nur regressive Innovation. In ihr stehen die historischen Werke nicht mehr nur im Schatten des ihnen Nachfolgenden, sondern sie glänzen im Licht des ihnen Vorausgehenden, entfalten so erst ihre einzigartige und spannungsvolle Neuheit und werden so zu einem aufregenden Erlebnis, in dem eben nicht nur unsere seelischen Gewohnheiten bestätigt werden.“

Norddeutsche Neueste Nachrichten vom 13.02.2006.
(Heinz-Jürgen Staszak)